Kleines Vorwort: Da dies meine erste Review überhaupt ist, bin ich offen für jede Art konstruktiver Kritik, also achtet auf alles, was euch nicht gefällt und scheut euch nicht, mir es dann mitzuteilen. ~Abel

Ja, genau, macht Platz für Takeshi Tatsumi! Was, der Name sagt euch gar nichts?! Na dann habt ihr noch kein „Giant Killing“ geschaut, aber das wird mein wertender Rückblick auf den Anime ja vielleicht ändern.
Als erster Blogeintrag gleich eine Review? Ja, denn ich habe diesen Anime vor nicht allzu langer Zeit auf MAL in das Tor, ähm, ich meine natürlich in den Status “completed” befördert und noch dazu denke ich, dass er für einige von euch ganz interessant sein könnte.
Vorneweg sei gesagt, dass ich versuche, die Review objektiv zu halten, aber natürlich werdet ihr immer wieder subjektive Elemente meinerseits finden.
So und nun lasst uns ohne weitere Vorreden auch schon beginnen! Zu Beginn am besten einfach mal eine dreiviertel Stunde sprinten! Ungewöhnlich? Ja, dass dachten sich die Spieler von dem Fußballverein ETU, East Tokyo United, auch, aber diese Trainingseinheit war die erste „Amtshandlung“, die der neue Trainer Takeshi Tatsumi vollführte. Nebenbei bemerkt hat dieser vor einigen Jahren selbst noch bei dem Verein gespielt und war durchaus talentiert sowie bei den Fans beliebt, wobei sie ihm nun äußerst misstrauisch gegenüberstehen, da er nach einem guten Angebot zu einem ausländischen Verein gewechselt hat und daraufhin ETU abgestiegen ist. Jetzt hat ihn der Manager des inzwischen Abstiegsgefährdeten als Trainer angeheuert, nachdem er selbst erlebte, wie er als Trainer in England einen kleinen Verein so weit brachte, dass dieser in dem nationalem Turnier einen „Großen“ besiegen konnte. Das Gleiche sollte er nun mit ETU erreichen, dafür hat er seine eigenen, auf den ersten Blick unverständlichen und manchmal einfach nur verrückten Trainingsmethoden. Auch seine Spielphilosophie scheint anfangs mehr für Verwirrung als Verständnis zu sorgen. Aber gemäß dem Titel „Giant Killing“ fruchten seine Maßnahmen doch und heraus kommt ein gereifter und stärkerer Verein als je zuvor!
Nachdem ihr nun einen guten Überblick über die Handlung habt, gehe ich auf die einzelnen Elemente näher ein, sprich Animationen, musikalische Gestaltung und die Charaktere.
Optische Gestaltung:
Zuerst sollte wohl der auf den ersten Blick ungewöhnliche Zeichenstil vermerkt werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Schatten nur einfach schraffiert sind und außerdem häufiger kenntlich gemacht werden. Auch wenn sie manchmal sie unpassend zu sein scheinen, sind sie trotzdem keine totale Nullnummer, denn das wird durch detailreiche Gesichter gekontert. Sie besitzen markantere Merkmale als bei „üblichen Anime“ und daher scheinen die jeweiligen Charaktere individualisierter zu sein, sie heben sich von der Menge ab, wie ein Tabellenführer vom Abstiegskandidaten.
Aber da Bilder in diesem Fall mehr aussagen als Worte, bekommt ihr noch zwei davon, die euch meine Beschreibung veranschaulichen:


Musik:
Mit dem Opening wird man schon einmal kräftig auf das „Giant Killing“ eingewöhnt. Nach einem kurzen, langsamen Beginn steigert sich das Tempo sehr schnell, was auch gut mit dem Video des Openings in Einklang gebracht wird. Wer einen ersten Eindruck gewinnen möchte, sollte einfach auf „Opening“ klicken.
Während des Anime bekommt man relativ wenig Musik zu hören, aber natürlich wird in den Stadien laut gesungen, was erheblich zur Atmosphäre beiträgt.
Auch im Ending wird der schnelle Angriff -pardon, das schnelle Tempo, das das Opening vorgibt, gehalten und man bekommt noch einmal eine moralische Unterstützung (jedenfalls, wenn man auf den Songtext hört). Auch hier werden die Bilder passend zur Musik eingesetzt.
Zuletzt gehe ich noch einmal auf die Sprachen ein, die im Anime gesprochen werden. Ja, Japanisch wird gesprochen. Englisch auch. Genauso wie Niederländisch. Moment, Niederländisch?! Das ist durchaus etwas sonderbar, denn sonst ist man es ja gewohnt, dass sogar Amerikaner oder allgemein Europäer in den Anime Japanisch sprechen. Nicht aber bei Giant Killing. Dort legt man sehr viel wert darauf, dass jeder die Sprache spricht, die er sprechen sollte, was ordentlich den Realismus verstärkt und weiter einen Teil zur authentischen Atmosphäre beiträgt. Also nicht wundern, wenn ihr mal neben den deutschen auch japanische Untertitel zu sehen bekommt, so wie hier:

Charaktere:
Den vorletzten Punkt widme ich den einzelnen Mitspielern des Anime. Hauptprotagonist ist natürlich der Trainer Tatsumi Takeshi, der trotz oder gerade wegen seiner chaotischen Art sympathisch ist. Er besitzt ein enormes taktisches Verständnis, scheint aber auch wenn er einmal verloren hat, fast genauso sorglos zu sein, als wenn er ein Unentschieden herausgeholt hätte. Bei einem Sieg ist er dagegen „etwas“ überheblicher.
Weiterhin scheinen auf den ersten Blick die üblichen Charakterzüge vorzuherrschen, z.B. Daisuke Tsubaki, der Talentierte, Shigeyuki Murakoshi, der ruhige, dennoch emotionale Typ, Luigi Yoshida, der Ästhetiker. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied denen in anderen Anime: Sie entwickeln sich. Die meisten von ihnen werden in eine, ihnen nicht vertraute und durchaus unangenehme, Situation gebracht und sie müssen sich beweisen. Tsubaki ist zwar talentiert, ist deswegen aber noch kein Tsubasa Ozora, denn er baut sich selber zu viel Druck auf und versagt daher in neun von zehn Spielen. Murakoshi ist aufgrund seiner Leistung, die Mannschaft in Krisenzeiten zusammengehalten zu haben, zu selbstsicher und wird deswegen von den jüngeren Mitspielern übertroffen. Luigi, der ein wunderbares Ballgefühl besitzt, ist einfach hoffnungslos arrogant. Doch alle weisen eine positive Entwicklung auf, nicht nur die, die ich genannt habe, es werden auch weitere Charaktere genauer beschrieben und manche von ihnen wachsen sogar über sich hinaus.
Fazit:
„Giant Killing“ ist der etwas andere Anime, sei es in Sachen Zeichenstil, Charakterentwicklung oder Handlung, auch wenn eben jene auf dem einfachen Spielprinzip „kleiner Verein schlägt großen“ beruht. Mir fällt kein vergleichbarer Anime ein, das liegt wohl unter anderem daran, dass die Thematik „Fußball“ im japanischen Raum nicht sehr bekannt/beliebt ist wie andere Sportarten. Trotzdem bleibt „Giant Killing“ ein Anime, den man nicht verpassen sollte, wenn man wieder etwas Abwechslung sucht, auch wenn man nicht unbedingt ein Sportfan ist, denn schließlich ist alleine schon die Atmosphäre, die einen erwartet, ein wahres Traumtor!
